Quereinstieg ins Softwaretesten – Rückblick nach zwei Jahren

Quereinstieg ins Softwaretesten – Rückblick nach zwei Jahren

Quereinstieg ins Softwaretesten – Rückblick nach zwei Jahren 1920 1440 Thorsten Specht

In älteren Beiträgen habe ich bereits über meinen Quereinstieg als Softwaretester berichtet. Inzwischen sind zwei Jahre vergangen. In diesem Rückblick fasse ich zusammen, was ich gelernt und welche Erfahrungen ich gemacht habe.

Auf dem Fundament aufbauen: Zeit für gezielte Weiterbildung

Im ersten Artikel dieser Serie habe ich berichtet, mit welchen Grundlagen ich als Quereinsteiger in der Qualitätssicherung gestartet habe. Mein zweiter Bericht beschäftigte sich damit, wie ich mich in das Umfeld der Softwareentwicklung eingelebt habe. Hierbei bin ich auch darauf eingegangen, wie ich mich an die Zeremonien des agilen Arbeitens gewöhnt habe. Fachlich habe ich nur das ISTQB-Zertifikat erwähnt, das die Grundbegriffe aus dem Bereich Softwaretest abdeckt.

Inzwischen sind all die thematisierten Herausforderungen selbstverständlicher Alltag. Es fühlt sich an, als hätte ich nie in einem anderen Bereich gearbeitet. Zudem habe ich durch die Projekterfahrung der letzten zwei Jahre breites Grundlagenwissen aufgebaut. Dieses Wissen hilft mir, spezifische Themen, Methoden und Tools zu identifizieren, in die es sich einzuarbeiten lohnt.

Wissensaustausch mit anderen Testern

Als agiler Softwaretester ist es normal, dass ich Fehler und Risiken übersehe. Tauchen diese Bugs später auf, analysiere ich, wie ich analoge Risiken identifizieren und entsprechendes Fehlerpotential zukünftig mindern kann.

Der Austausch mit anderen Testern ermöglicht es, auch aus deren Fehlern und Erfahrungen zu lernen. Somit lassen sich entsprechende Defekte im eigenen Projekt leichter vermeiden.

Als besonders wichtig habe ich den Wissensaustausch mit anderen Testern aus dem eigenen Projekt kennengelernt. In großen Projekten ist es nicht möglich ist, alle Bereiche einer Anwendung zu überblicken. Deshalb ist es nötig, sich mit anderen Testern beziehungsweise Teams auszutauschen. Das gilt nicht nur dafür, frühzeitig an die richtigen Informationen zu kommen. Es ist genauso wichtig, andere Teams über Risiken zu informieren, die eine Änderung oder ein neues Feature mit sich bringt.

Das dritte Team – das dritte Projekte – der dritte Tech-Stack

Um in der Softwareentwicklung erfolgreich zu arbeiten, ist stetiges Lernen unabdingbar – auch für uns Softwaretester. An der nachfolgenden Schilderung möchte ich veranschaulichen, wie wichtig die Bereitschaft ist, sich stetig in neue Technologien und Tools einzuarbeiten.

In meinem ersten Projekt habe ich eine bestehende Testautomatisierung vorgefunden. Die eingesetzten Technologien waren das Automatisierungs-Framework Geb, das Testing-Framework Spock und die Programmiersprache Groovy.

Nach einem Jahr hat sich die Projektstruktur geändert. Ich landete in einem anderen Team und hatte die Freiheit, die Testautomatisierung neu aufzusetzen. Da ich in einem Team von JavaScript-Entwicklern war und Kollegen bereits gute Erfahrungen mit Cypress gemacht hatten, habe auch ich mich für Cypress und die Sprache JavaScript entschieden.

Nur ein halbes Jahr später ging die Reise weiter. So landete ich in meinem heutigen Backend-Team. Hier kümmern sich die Entwickler um die Unit- und Component-Tests, die sie – wie auch die Services – in Scala schreiben. Für die End-2-End-Tests haben sich die Teams auf Selenide und die Programmiersprache Java geeinigt.

Fazit nach zwei Jahren als Softwaretester: der Quereinstieg hat sich gelohnt

Fazit: Der Quereinstieg in die Softwareentwicklung und speziell in das Softwaretesten war für mich ebenso abenteuerlich wie fordernd. Schnell hatte ich wahnsinnig viel Spaß dabei, doch besonders in den ersten Wochen stieß ich täglich auf neue Herausforderungen. Ähnliche Erfahrungen schildern übrigens Kristofer Mohr und Matthias Passer, die hier über Ihren Quereinstieg bei MaibornWolff erzählen.

Zunächst musste ich mich in dem Berufsfeld einleben. Danach war mein Kopf frei genug, um mich abseits meines Projekts mit neuen Themen zu beschäftigen. Die Grundlagen zu bilden, war der anstrengendste Abschnitt.

Inzwischen lese ich regelmäßig in Blogs oder Büchern über Software Testing oder agile Softwareentwicklung. Hierbei sammle ich neue Impulse und lasse diese in meine Arbeit einfließen. Im Unterschied zu den ersten Monaten als Softwaretester, wähle ich die Themen gezielt basierend auf meinen aktuellen Herausforderungen.

 

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